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Great Blue Sky

Permanent Blaues Firmament

 

Am besten lässt sich der Himmel im tiefsten Outback oder an einem einsamen Strand genießen. (© Julia Hückel)

Der Himmel ist groß und blau und endlos. So ganz kann man diese Beschreibung erst verstehen, wenn man mit eigenen Augen die Weite des australischen Himmels erfasst.

Kein Vergleich zur Großstadt, wo man in den Häuserschluchten vielleicht einen Klecks Dunst im Himmel ausmachen kann. In der Wildnis gibt es keine Häuser, keine Berge und teilweise nicht einmal Bäume, die den Blick zum Horizont versperren. Die Luft ist trocken und sauber – weder Feuchtigkeit noch Dreck schwirren umher. Folglich ist der gesamte Himmel – von ganz oben bis ganz unten – von einem tiefen, gesunden Blau, an dem man sich so schnell nicht sattsehen kann. Selbst bei Schlechtwetter wirkt der Himmel endlos ... und weckt gallische Urängste, er könne einem auf dem Kopf fallen. Schöner ist es aber, mit dem Auto unter dem big blue sky entlangzudüsen und sich einfach nur frei zu fühlen.

Dafür sind die Sonnenuntergänge oftmals schnell und unprätentiös. Wenig dramatische Farben, mehr so, als würde jemand da oben langsam das Licht dimmen. Je näher man dem Äquator ist, desto schneller fällt die Sonne dabei hinter den Horizont.

Great Blue Sky – einer von 151 Einblicken in die Gesellschaft Australiens. Alle 151 Momentaufnahmen, bewegende Fotos und spannende Texte finden Sie im Buch Australien 151 – erschienen im CONBOOK Verlag. Weitere Informationen

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Melbourne

Heimat der Schöngeister und Freidenker

 

In Melbourne trifft Alt auf Neu – und wem der städtische Trubel zu viel wird, kann schnell in die ländliche Idylle fliehen. (© Tourism Australia | Lincoln Fowler)

Melbourne: südlichste Metropole der Welt und ewiger Gegenspieler von Sydney. Heute sind beide Städte nahezu gleich groß – doch pflegen sie ein ganz unterschiedliches Image.

Sydney ist nach wie vor die bedeutendste Stadt Australiens. Auch wenn dies allen bewusst ist, blickt man gerne abschätzend auf die größte Stadt des Landes. Die Einwohner seien zu unfreundlich, die Stadt zu amerikanisch – über Sydney und seine Sydneysider zu lästern, gehört mitunter zum guten Ton.

Anders in Melbourne. Die Stadt wirkt, trotz beeindruckender Skyline, wesentlich europäischer. Entsprechend betont man die Kulturszene der Stadt, die in der südlichen Hemisphäre wohl unerreicht bleibt. Zwar spielt Melbourne noch die zweite Geige in Australien, doch die meisten Aussies, mit denen ich gesprochen habe, waren sich sicher, dass die Stadt in naher Zukunft die bedeutendste Metropole des Landes werden wird – wie es historisch schon einmal der Fall war.

Für den Besucher bietet Melbourne eine Handvoll wirklich charmanter Sehenswürdigkeiten, allen voran eine gelungene Mischung aus historischen, aber gepflegten Gebäuden und einer hochmodernen Skyline aus Glas und Stahl. Noch mehr hat Melbourne für seine Bewohner in petto: Wenn es um die Frage geht, welche Stadt auf dieser Welt die beste ist, landet Melbourne regelmäßig in den Top 10, wenn nicht gar auf dem Treppchen oder der Spitzenposition. Zwar müssen sich die anderen Großstädte nicht verstecken – die Listen der lebenswertesten Orte werden zumeist von kanadischen und australischen Städten dominiert –, doch ist zumindest klar, wo auf dem fünften Kontinent das Leben am süßesten ist.

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BBQ

Und er sah, dass es Grillgut war

 

(© Markus Bause)

Wenn es schön warm ist, macht es keinen Spaß, drinnen zu hocken. Also wird draußen gesessen, gegessen und geschlafen. Damit man nicht einmal beim Kochen auf den freien Ausblick auf den Himmel verzichten muss, wurde speziell für Australien das Barbecue erfunden. Damit auch unterwegs immer eines zur Hand ist, gibt es öffentliche Grills – mitunter leichter zu finden als öffentliche Toiletten.

Wenige Dinge sind so universell australisch wie das Barbecue. Der naive Besucher mag sich in der Sicherheit wiegen, er wisse schon übers Grillen Bescheid – das mache man im Sommer schließlich auch immer –, doch das Streben nach dem perfekten Grillerlebnis findet down under in einer ganz anderen Liga statt.

Natürlich hat jeder Australier sein Geheimnis, um das hundertprozentig beste Steak zu grillen. Der eine schwört noch auf den klassischen Grill, die Mehrheit hingegen hat sich von den Vorzügen eines Gasgrills überzeugen lassen (mit verschiedenen Oberflächen, versteht sich). Manch einer wird seinen geliebten Grill mit bewundernswerter Pedanterie sauber halten, der Nächste reinigt ihn nur mit Zitronen, manch anderer versichert, dass das Fett der Vorwoche den Geschmack wirklich nur verbessern kann.

Wie es auch läuft: Die rituelle, aber gottlose Zeremonie des BBQ hat ihr eigenes Protokoll. Als Gast hat man die Kochkunst und das professionelle Equipment des Gastgebers zu honorieren. Auch bei der Konversation gibt es einige Punkte zu beachten: Auf die Frage »How would you like your steak?« lautet die richtige Antwort medium oder medium rare (was den begeisterten Hobbykoch sicher nicht davon abhalten wird, das Steak ins Nirwana zu braten). Auf die Frage, ob man Salat möchte, lautet die richtige Antwort: Nein. Genau das ist übrigens auch die Antwort, die der Autor den Lesern nahelegt, die gefragt werden, ob sie ihren Hamburger »mit allem« haben möchten, denn hier schlägt wieder der britische Einfluss auf die Küche durch. »Mit allem« steht nämlich nicht für den beliebten Klassiker BLT – bacon, lettuce und tomato –, sondern gerne für Zutaten wie rote Beete, Spiegelei und Ananas.

Wohl bekomm’s.

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Ostern

Easter Bilby & Co.

 

Platz, um Ostereier zu verstecken, gäbe es überall reichlich. (© istockphoto.com/billabong)

Eigentlich ganz logisch: Der Messias wurde ans Kreuz genagelt, ist gestorben und danach wieder auferstanden, weshalb nun einmal im Jahr ein Hase vorbeischaut und für die Kinder Eier versteckt. Kaum nachzuvollziehen, warum Ostern in Australien zunehmend an Bedeutung verliert.

Ostern ist für die meisten Australier mittlerweile einfach nur ein verlängertes Wochenende. Doch es wäre nicht Australien, wenn man dem Fest nicht trotzdem seinen eigenen Stempel aufdrücken würde. Als eine der verheerendsten Plagen im Land erfreuen sich Kaninchen wahrlich keiner großen Anerkennung. So kam es, dass sich auch immer mehr Leute gegen die alljährliche Verherrlichung der Nager aussprachen. Kinder sollten schließlich nicht süße Schokolade mit gemeingefährlichen Plagen in Verbindung bringen. Und so wurde das Easter Bilby erfunden: Australiens Antwort auf den Schokohasen, nur mit einem einheimischen Bilby, einem kleinen Beuteltier mit riesigen Ohren.

Und sonst? Sonst gewinnt das chinesische Neujahrsfest zunehmende Bedeutung. Es fällt auch ins Frühjahr und ist eine bunte und willkommene Abwechslung auch für diejenigen Australier, die keine Wurzeln in Asien haben.

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Bergbau

Der Rausch des Goldes

 

(© Tourism Australia)

Wir befinden uns im Jahre 2008 n. Chr. Die ganze Welt wird von der Finanzkrise erfasst ... Die ganze Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Australiern bevölkertes Land hört nicht auf, dem Abschwung Widerstand zu leisten.

Beneidenswert: Seit der letzten Rezession sind mehr als zwanzig Jahre vergangen, und in den meisten Jahren nach dem Krieg konnte sich Australien an einem gesunden Wirtschaftswachstum erfreuen. Damals wie heute trägt die Ausbeutung von Bodenschätzen wesentlich dazu bei.

Australien ist eine der wenigen Regionen der Welt, in denen durchaus noch Hoffnung besteht, beim walkabout aus Versehen über ein fantastisch überdimensioniertes Goldnugget zu stolpern. Zwar ist der goldrush, der vor allem Victoria geprägt und solche Legenden erschaffen hat, lange vorbei. Doch ist der Bergbau immer noch einer der Stützpfeiler der australischen Wirtschaft. Australien ist nach wie vor einer der größten Goldproduzenten der Welt, von anderen Edelmetallen (oder Uran) und Edelsteinen ganz zu schweigen. Um diese fördern zu können, werden immer wieder Retortenstädte im Nirgendwo erschaffen, wo man sich in aller Abgeschiedenheit ein goldenes Näschen verdienen kann – die Jobs im mining business gelten als äußerst lukrativ. Da der Bergbau aber in den meisten Fällen mit Umweltbelastung einhergeht, wird die Nutzung von Bodenschätzen mittlerweile immer öfter zum Reizthema.

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Koalas

Nur am Rumhängen

 

Duftet übrigens wie eine kleine Bonbonfabrik: der Koala. (© Markus Bause)

Eines der ikonischen Tiere Australiens ist der Koala. Nicht, dass er die von Touristen gehegten Ansprüche an Knuffigkeit nicht erfüllen könnte, aber Koalas sind anders, als man es erwartet.

Die meiste Zeit hängen Koalas regungslos im Baum. Halten sie sich, wie meist, in luftigen Höhen auf, so sind sie kaum von Ameisennestern zu unterscheiden. Da ein Großteil ihres Energiebedarfs für die Verdauung des eigentlich ungenießbaren Eukalyptus verbraucht wird, bleibt wenig Kraft für andere Dinge. Geschätzte 96 % ihres Tages verbringen Koalas folglich mit Schlafen oder Ruhen; in den restlichen 4 % der Zeit wird gegessen, sauber gemacht, die Post reingeholt etc.

Wer also aktive Koalas sehen möchte, muss sie zur rechten Zeit erwischen – oder ein Jungtier finden, das mit perfekt aufbereiteter Milch weniger Energie für die Verdauung braucht und daher mehr Schabernack treiben kann. Als tapsige und generell gutmütige Tiere sind sie beliebte Fotomotive – für einen kleinen Aufpreis im Zoo darf man ihnen auch die Ohren kraulen oder sich von ihnen umarmen lassen. Das funktioniert freilich nur bei gutem Wetter: Nasse Koalas sehen furchteinflößend aus.

Doch eines darf man nicht erwarten: dass Koalas viel Kraft zum Nachdenken aufwenden. Sie sind nicht gerade das, was Zoologen im Fachjargon als »krasse Checker« bezeichnen würden. Man vermutet, dass Koalas die einzige Spezies sind, bei der das Hirn den Schädel nicht vollständig ausfüllt (und stattdessen in einer dickflüssigen Mischung aus Karamell und Liebenswürdigkeit herumschwappt). Die treudoofen Blicke der Tiere können diesen Umstand nicht verheimlichen, und auch im Koala-Alltag stellen sie sich entsprechend tollpatschig an. Doch das tut ihrem Charme keinen Abbruch.

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X-Mas

Schöne Bescherung

 

3, 2, 1 – Stimmung! Obwohl das australische Klima sicher näher an dem von Bethlehem ist als das mitteleuropäische, tut man sich schwer mit weihnachtlicher Atmosphäre. (© Markus Bause)

Natürlich feiert man auch in Australien Weihnachten. Doch im Hochsommer will einfach keine gemütliche Stimmung aufkommen, wie man sie von der nördlichen Hälfte des Erdballs vielleicht gewohnt ist. Sand statt Schnee und BBQ statt Braten – so gewinnt das Fest der Liebe schnell eine ganz andere Dimension.

Es ist aber auch nicht einfach, zugegeben: Zum Ende des Jahres machen sich üblicherweise die ersten Hitzewellen im Lande breit. Einzelne verwirrte Australier wird das nicht davon abhalten, in das Kostüm des Weihnachtsmannes zu schlüpfen – mit Sonnenbrille, versteht sich. Die breite Masse aber zieht spätestens zu diesem Zeitpunkt lieber Shorts an.

Auch mit der Dekoration hapert es: Ohnehin ist die geschmackvolle Einrichtung nicht die Stärke der Australier. Passende Tannen gibt es von Natur aus nicht in Australien, und bei den extremen Temperaturen würden sie ohnehin in Windeseile eingehen. Daher geht der Trend zum Plastikbaum. Den kann man klassisch dekorieren, am 26. Dezember wieder zusammenklappen und bis zum nächsten Jahr im Schuppen zwischenlagern. Alternativ werden einheimische Bäume verwendet, aber das Fest wird generell mit deutlich weniger Pomp zelebriert.

Das ist natürlich auch nicht jedermanns Sache. Viele Australier sind einfach dazu übergegangen, das Weihnachtsfest auf ihre Weise zu interpretieren. Geschenke gibt es am 25. Dezember – und danach geht es an den Strand, wo mit der Familie gegrillt wird. Statt warmer Getränke gibt es Eisgekühltes.

Doch auch für die Leute, die es eher traditionell mögen, gibt es eine Lösung: Das Fest wird einfach in die Wintermonate verlegt, wo es zumindest etwas kälter und dunkler ist. In einigen Regionen fallen zu dieser Jahreszeit sogar ein paar Flocken, sodass man sich ganz so fühlen kann wie in Europa. Zusätzlicher Vorteil: Die Schokolade im Adventskalender schmilzt nicht so schnell.

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Beutelwein

Das schlägt dem Fass den Boden aus

 

(© Ariane Rooke & Nina Kraus)

Lange Zeit wurde die australische Weinindustrie nicht ernst genommen. Vor allem in Europa spottete man gerne über die angeblich bescheidenen Versuche der Aussies, sich als Gourmets zu etablieren. Doch der Schuss ging nach hinten los.

In den vergangenen Jahren haben sich die Reben – vor allem in Südaustralien – einen Platz auf der Landkarte der Weinkenner erkämpft. Heute müssen sich die regionalen Produkte nicht mehr hinter der internationalen Konkurrenz verstecken.

Ohne eine Korkindustrie im Nacken, die subventioniert werden möchte, waren es – wenig überraschend – die pragmatischen Australier, die den Drehverschluss für Weinflaschen als Erste voll und ganz akzeptierten. Das bot hochnäsigen Europäern einmal mehr die Gelegenheit, diese verächtlich zu rümpfen. Doch down under interessierte das freilich niemanden, und man ging einen Schritt weiter.

Umgeben von Beuteltieren kam einem südaustralischen Farmer die Idee, Wein im Beutel zu verkaufen. Unter der Voraussetzung, dass man kein sensibles Stilempfinden besitzt, eine hervorragende Idee. Im Karton ist der Wein einfacher zu transportieren, billiger und besser haltbar. Der enthaltene Beutel kann zudem wiederverwendet werden – als Feldflasche.

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Zeitzonen

Verwirrung vorprogrammiert

 

Bei einer Reise in den Outback muss man seine Uhr zudem um mehrere Jahrzehnte zurückdrehen. Auf charmante Weise ist dort vieles noch wie früher. (© Tourism Australia (Hamilton Lund))

Wenn der Rest der westlichen Welt arbeitet, hat Australien frei. Wenn Australien arbeitet, hat der Rest der westlichen Welt frei. Doch nicht nur auf globaler Ebene spielen die Zeitzonen gegen den fünften Kontinent: Auch im eigenen Land sorgen die verschiedenen Uhrzeiten gerne für Verwirrung.

Schlimmer ist es nur für Neuseeland, das noch näher an der Datumsgrenze liegt. Allen internationalen Märkten ist Australien voraus. Bei Asien handelt es sich glücklicherweise nur um wenige Stunden, doch während der gängigen Arbeitszeiten jemanden in Europa oder Amerika ans Telefon zu kriegen, bedarf schon einiger Planung.

Natürlich hat es auch seine Vorteile, dem Rest der Welt voraus zu sein. Doch die Datumsgrenze ist auch nach mehrmaligem Überqueren immer noch verwirrend: So ist die Zeitumstellung in beide Richtungen wie gewohnt, doch verliert man einen Tag ostwärts und gewinnt einen westwärts. Das bedeutet natürlich auch, dass man wichtige Ereignisse erst am Folgetag erfährt: Australier werden vom 11. September erst am 12. September erfahren haben.

Als sei dies noch nicht verwirrend genug, gibt es auch innerhalb des Landes verschiedene Zeitzonen. Prinzipiell sind es drei, die sich an den Grenzen der states orientieren. Damit liegen schon drei Stunden Zeitunterschied zwischen Perth und Sydney. Endgültig konfus wird es aber durch die Besonderheit der Northern Territories, die sich in einer halbstündigen Zeitzone befinden, sowie durch die Tatsache, dass einige states Sommer- bzw. Winterzeit eingeführt haben. Faktisch bedeutet das, dass man bei der Überquerung einer oder mehrerer Grenzen die Uhr eine, zwei oder drei Stunden bzw. je nach Jahreszeit eine Stunde mehr oder weniger bzw. je nach Grenze eine halbe Stunde mehr oder weniger verstellen muss, vor oder zurück.

Verläuft die Grenze mitten durchs Nirgendwo, ist das weitestgehend folgenlos. Doch das ist nicht immer der Fall: Zwischen Queensland und New South Wales schneidet die Grenze einen Ort entzwei, der für die Hälfte des Jahres in zwei verschiedenen Zeitzonen lebt. Passenderweise liegt der Flughafen der Gold Coast ebenfalls auf dieser Grenze, sodass man vielleicht in einer Zeitzone landet, aber in einer anderen ankommen kann, bevor man wieder in Erstere zurückläuft.

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Wochenmärkte

Feilbieten/Feilschen

 

(© Julia Hückel)

Selbst wenn er hundert Kilometer entfernt ist: Die meisten australischen Supermärkte haben ein reichhaltiges Sortiment, das den Großteil der Verbraucher uneingeschränkt zufriedenstellen dürfte. Stehen auf dem Einkaufszettel aber Hundewelpen, exotische Früchte und ein paar Nazi-Reliquien, so ist ein bunter Wochenmarkt die beste Adresse.

Viele der kleineren Farmer scheuen den Umweg über die Handelskette. Sie bieten ihre Produkte direkt auf den populären Wochenmärkten an, wo sie auf eine dankbare Kundschaft treffen, die organic food bevorzugt. Von ein paar kuriosen Früchten abgesehen ist das Angebot aber noch nicht überraschend.

Unterhaltsamer ist das Sammelsurium an Kuriositäten, die sonst noch so feilgeboten werden. Woche für Woche warten Verkäufer mit bemerkenswerten Schätzen auf. Manch einer versucht, Welpen zu verkaufen oder einfach nur zu verschenken. Ein anderer verscherbelt seine Kollektion an Buschmessern – an Kinder. Und der Nächste versucht noch einen Profit aus den war memorabilia seiner Großeltern zu schlagen. Was andernorts illegal ist, wird einem hier mit unschuldigem Lächeln angeboten. Besser, man investiert in die Kekse, die Nachbars Oma gestern noch gebacken hat. Oder unterstützt die lokalen Künstler und Fotografen, unter denen so manches unentdeckte Talent schlummern dürfte.

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Signs

Von Schildbürgerstreichen im Schilderwald

 

(© Julia Hückel)

Selbst wer keinen Führerschein besitzt und noch nie in Australien gewesen ist, wird mit den berühmten Verkehrsschildern vertraut sein, die vor den teils kuriosen Gefahren warnen, die Verkehrsteilnehmer auf australischen Wegen – und abseits davon – erwarten.

Ein »Vorsicht, Känguru!« erwarten die meisten. Auch »Vorsicht, Kühe!« ist für den europäischen Fahrer noch nachvollziehbar. Aber spätestens wenn vor Wombats, Pinguinen, Kasuaren, Emus, Koalas oder Kamelen gewarnt wird, ist klar, dass man sich in einer anderen Welt befindet.

Hilfreich und ebenso wichtig sind die Hinweise auf die nächsten Raststätten. Oftmals liegen deutlich über hundert Kilometer vor der nächsten Möglichkeit zu tanken, zu essen, zu trinken. Und so manch naiver Reisender überschätzt die eigene Leistungsfähigkeit – oder die des Autos – und weiß dann wenigstens, wie lange er per Anhalter fahren muss, um zum nächsten roadhouse zu gelangen. Doch so mancher Hinweis bezieht sich nicht aufs Autofahren, sondern aufs Parken. Viele Tiere, wie etwa Bandicoots oder Pinguine, verstecken sich liebend gerne unter geparkten Autos.

Nicht nur auf der Straße wird gewarnt, was das Zeug hält: Auch auf arglose Strandgänger wartet eine Auswahl an kuriosen Schildern, deren Warnungen man ernst nehmen sollte, wenn man seinen Rückflug auch antreten möchte. Dazu gehören die Warnungen vor Krokodilen, Quallen und starken Strömungen.

Bei allen Motiven liegt aber irgendwie der Verdacht nahe, dass der verantwortliche Grafiker einen Heidenspaß gehabt haben muss, alle denkbaren Gefahren und Überraschungen angemessen zu illustrieren.

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Pioniere

Captain Cook und Konsorten

 

(© SATC)

Viel hätte nicht gefehlt, und es wären nicht die Engländer gewesen, sondern die Franzosen, die sich den letzten Kontinent unter den Nagel gerissen hätten. Kaum vorzustellen, wie anders sich en bas sous entwickelt hätte! Dass es nicht so gekommen ist, ist vor allem Captain James Cook zu verdanken.

Captain Cook war eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Bei seinen drei großen Reisen an das – damals völlig unbekannte – Ende der Welt erkundete und kartografierte er große Teile des Pazifiks quasi im Alleingang. Als großer Seefahrer und starke Führungspersönlichkeit gelang es ihm, auch unter schwierigsten Bedingungen außergewöhnliche Leistungen zu erbringen, allen voran die Entdeckung Australiens.

Freilich tauchten Berichte über die geheimnisvolle Landmasse terra australis in der Geschichte schon lange vor 1770 auf. Doch war es Cook, der nach der Beobachtung des Venustransits bei Tahiti die Küste erstmals ernsthaft erforschte. Damals machte er auch in Botany Bay Halt – heute eine Bucht vor Sydney.

Viele Ortsnamen erinnern an die Geschichte der ersten Entdecker, so etwa Cooktown im hohen Norden Queenslands. Auch Joseph Banks, der Botaniker, der Cook auf seinen Reisen begleitete, ist Australiern ein geläufiger Name. So auch Charles Darwin, der auf seiner Reise auf der Beagle in Australien und Neuseeland Halt machte. Zwar wurde nach ihm eine (überaus wichtige!) australische Stadt benannt, doch überraschenderweise konnte sich Darwin weder für Australien noch für Neuseeland erwärmen. Erstaunlich, dass selbst eine so andersartige Fauna und Flora wie in Ozeanien ihn nicht aus der Reserve locken konnten, wo doch sogar die tristen Regionen Feuerlands den Biologen hellauf zu begeistern vermochten. Das australische Nationalmuseum erklärt die wenig liebenswerten Kommentare Darwins über den fünften Kontinent lapidar mit seiner Erschöpfung von der mehrjährigen Reise ...

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Das Buch

Australien 151

Das sagen die Medien

»Dieser Reiseführer ist ein Muss für jeden, der Australien weitab vom üblichen Massentourismus kennenlernen möchte.« (Julia Meyer, SpaZz - das Magazin für Ulm & Neu-Ulm, Juli 2014)

»Den journalistisch flotten Texten von M. Lesweng stehen ausdrucksstarke, reportagehafte Farbfotos gegenüber, was die Lust zu schmökern deutlich fördert.« (Petra Friedmann, ekz.bibliotheksservice, 7. Juli 2014)

Informationen zum Buch

Australien – ein Land, zugleich exotisch und doch vertraut, so nah und doch so fern. Ein Kontinent unter einer gnadenlosen Sonne, auf dem man mit liebenswerten Beuteltieren Freundschaft schließen und zugleich tellergroße Spinnen bestaunen kann. Wo der Nachbar seine eigene Landebahn hat und man zur Arbeit reiten kann. Wo die Erde rot ist, der Himmel blau und die Freiheit scheinbar grenzenlos.

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Autor Markus Lesweng

Markus Lesweng, Baujahr 1985, wurde in Köln geboren und ist - zumindest ein Stück weit - dort auch erwachsen geworden. Nach jugendlichen Engagements als Zauberhändler und Kindergärtner studierte er in seiner Heimatstadt erfolgreich Volkswirtschaftslehre mit den nur scheinbar gegensätzlichen Schwerpunkten Statistik und Prostitution.

Kurz nach dem Abschluss infizierte er sich mit (bis heute ungeheiltem) Reisefieber und verbrachte den besseren Teil von zwei Jahren mit einer Rundreise durch Australien, Neuseeland und Polynesien. Während dieser Zeit verdiente er seine Brötchen unter anderem als Cowboy, als Ziehvater für verwaiste Kängurus und mit der Zucht australischer Salzwasserkrokodile.

Seit seiner Rückkehr auf die Nordhalbkugel ist er in Russland und Deutschland als selbstständiger Berater für Flughäfen aktiv. In dieser Position hofft er - bislang vergeblich - auf Projekte in Australien.

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